Braille Reader

by wp_admin on 9. November 2017



Ein neuer Braille Reader aus Wien

 

Blinde Menschen sollen künftig mit Hilfe eines ringförmigen Displays einfacher mobil kommunizieren können. Denn: Der neue Braille-Reader von Tetragon ertastet die Blindenschrift auf der Innenseite des Rings.

Bei Tetragon handelt es sich um ein österreichisches Start-up-Unternehmen, das als Spin-off der Technischen Universität Wien gegründet wurde. Wolfgang Zagler hatte die Entwicklung des neuen Braille-Readers geleitet. Hierbei handelt es um ein Display, das aus einem Ring besteht. Die Buchstaben werden auf dessen Innenseite angezeigt. Ein großer Vorteil besteht darin, dass sich dieser Braille-Reader in jeder Jackentasche verstauen lässt.

Vergleichen lässt sich der Braille-Reader laut Zagler durchaus mit einem E-Reader von Kindle. Immerhin lässt sich das neue Display von Tetragon auch problemlos an Tablet-PCs und Smartphones anstecken. Mit dem Zeigefinger werden die Buchstaben im Ring ertastet, die bei jeder Umdrehung neu gebildet werden. Der pensionierte Professor der TU hat er dieses System gemeinsam mit den beiden früheren Studenten Dominik Busse und Michael Treml entwickelt.

 

Wie funktioniert der Braille Reader?

Die Basis für den neuen Braille-Reader ist die Drehbewegung kleiner Quader. Zunächst werden jene sechs Punkte, auf denen die Buchstaben der Blindenschrift (von Louis Braille 1825 entwickelt) verteilt sind, in drei Gruppen zu je zwei Punkten geteilt. Es gibt folgende vier Varianten: Zwei Punkte, ein Punkt rechts, ein Punkt links oder auch gar kein Punkt. Zu sehen sind diese jeweils auf den vier Seiten eines Quaders. Anschließend bewegen sich die Quader kreisförmig im Inneren des Ringes.

Dort können sie auch beliebig gedreht werden, sodass sich aus je drei Quadern der gewünschte Buchstabe bilden lässt. Dadurch erhält der Leser den Eindruck, er habe eine endlos lange Zeile vor sich. Das fasst Zagler als Fortschritt im Vergleich zu früheren Modellen auf, bei welchen die Schrift auf einer Zeile abgetastet werden musste. Zudem sind die bislang erhältlichen Displays relativ teuer, haben einen vergleichsweise hohen Stromverbrauch und lassen sich nur in Büros vernünftig einsetzen.

 

Ein Schritt in das digitale Zeitalter

Gerade für blinde Menschen ist es wichtig, die Braille-Schrift genau zu kennen. Die Entwickler wollen mit ihrer Erfindung also auch einen Beitrag dazu leisten, dass die Braille-Schrift auch im Zeitalter der digitalen Technik nicht vergessen wird. Sie sehen Sprachausgabe-Software, mit der sich blinde Menschen Texte vorlesen lassen können, nicht als vollwertigen Ersatz. Denn in der heutigen Zeit, in der Smartphones schon selbstverständlich geworden sind, möchten auch blinde Menschen diese nutzen und Texte darauf lesen.

Mit herkömmlichen Braille-Geräten ist das nur schwer möglich und auch der Analphabetismus bei jungen blinden Menschen steigt aus diesem Grund. Genau dieser Entwicklung wollten die Forscher mit der Entwicklung eines mobilen Braille-Readers entgegenwirken.

In den kommenden Monaten müssen allerdings noch einige wichtige Fragen geklärt werden. Zum Beispiel, welche Materialien zum Einsatz kommen sollen, welche Möglichkeiten des Antriebs verwendet werden und wie generell die haptischen und ergonomischen Eigenschaften ausfallen müssen.

 

Wie viel soll das Display kosten?

Obwohl der Endpreis bisher nicht fest steht, will Tetragon auf jeden Fall einen günstigeren Preis ermöglichen, als es bei den bisherigen Displays der Fall ist. Das Display soll nicht teurer als ein gutes Smartphone sein.



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